Autobiografien & Chroniken

 

Liane Wenzel

Ein Lebensbild


Liane Kluge wird 1929 in Leipzig geboren. Nach einer behüteten Kindheit ändern sich ihre Lebensverhältnisse unter der nationalsozialistischen Herrschaft radikal: Vater Gert verlässt die Familie, Halbjüdin Liane muss 1944 die Schule abbrechen und erlebt die Deportation ihrer Mutter Nora ins Konzentrationslager Theresienstadt. Im Mai 1945 befreit, beginnt Nora mit ihren Töchtern ein neues Leben, Liane setzt sich in der Deutschen Demokratischen Republik für eine gerechtere Welt ein. Zusammen mit ihrem Ehemann Joachim Wenzel und vielen Intellektuellen des Landes glaubt sie auch nach dem 17. Juni 1953 an die Reformierbarkeit des Sozialismus – das mit Stalins Tod im Ostblock eingetretene „Tauwetter“ macht dies zu einer berechtigten Hoffnung. Als Mitglied zweier Reformbewegungen in der DDR wird Joachim im November 1957 vom Staatssicherheitsdienst verhaftet und unerbittlich verhört, 1958 stirbt er im Gefängniskrankenhaus an Krebs. Den politischen und persönlichen Konflikten, die für Liane in dieser Zeit, aber auch mit dem Ende der DDR 1989/90 aufbrechen, ist sie nicht ausgewichen. In ihren Lebenserinnerungen stellt sie fest, dass es gerade auf die drängendsten Fragen kaum endgültige Antworten gibt. Dieses Buch entstand aus vielen Interviews mit Liane Wenzel, die in den Jahren 2009 bis 2014 geführt und verschriftlicht wurden. Es erzählt die Geschichte eines im besten Sinne widerständigen und konsequenten Lebens.

 


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Biografikon verfasste die Lebensgeschichte nach Gesprächen mit der Autorin,  übernahm    Satz und Layout und  besorgte die besonders hochwertige Ausstattung des Buches.